SICHER IM NETZ
Bei Digital auf Nummer Sicher! Steht nicht nur die Sicherheit von Verwaltung und Unternehmen im Mittelpunkt, sondern auch die von jedem und jeder* Einzelnen. In Ausgabe #8 „Werbung zwischen Personalisierung und Datenschutz“ haben unsere Gesprächspartner:innen deshalb auch wirklich miteinander gerungen. Um die Balance zwischen einem sicheren, Internet und einem kostenlosen Internet mit Nutzwert herauszuarbeiten. Gerade zu Cookies und ihrem Nutzen, sowie personalisierter Werbung, waren stark unterschiedliche Meinungen an einem Tisch. Konsens herrschte aber darin, dass eine bessere Lösung als die heutige gefunden werden muss, um Nutzer:innen vor gestiegenen Gefahren zu schützen und ihre Identität zu bewahren.
Laura Sophie Dornheim, die Digital-Strategin und Sprecherin der Arbeitsgruppe Digitales & Netzpolitik von den Grünen in Berlin, kommt vor allem auf problematische Werbung zu sprechen. Desinformation in Werbung nehme stark zu. Die Nutzung von Daten sei jedoch nicht einseitig zu betrachten. Für sie steht fest, „Wenn man irgendeine Monokultur hat, eine Form der Finanzierung, dann entstehen da meistens eher unschöne Nebenwirkungen. Deswegen freue ich mich sehr, dass wir in den letzten Jahren das diverse Bezahlmodelle entstanden sind. Ich glaube das ist die Zukunft“. Als Positivbeispiel führt sie Plattformen an, die einzelne Artikel von Zeitungen anbieten und klassische Modelle, wie das von Spotify.

Gleichzeitig war Bezahlbarkeit ein wichtiges Thema des Podiums. Dr. Marek Jansen, Public Policy Manager bei Google betonte, den Konzern beschäftige sehr, wie man das Internet kostenlos für alle halten kann. Es gebe „grundlegende Probleme“ mit dem derzeitigen Werbemodell, diese ließen sich jedoch adressieren und Google tue dies auch bereits. Zentral für Googles Lösungen, seien „Transparenz und Kontrolle. In Zukunft wird es darum gehen, dass wir vertrauensvolle Kundenbeziehungen haben. Nutzer:innen müssen das Unternehmen kennen. Sie müssen aktiv entscheiden können, ob sie einwilligen. Sie müssen frei entscheiden können, ob sie zustimmen und auch welchen Mehrwert sie dafür bekommen“. Herr Jansen unterstreicht damit einen anderen Aspekt der Sicherheit: Die Selbstbestimmtheit der Nutzer:innen.

Das Auslaufen des Modells der Third-Party-Cookies und ein möglicher Ersatz – die Privacy Sandbox - initiiert von Google in freier Zusammenarbeit mit vielen Partnern traf in der 8. Ausgabe nicht auf vollkommende Zustimmung. Die Bemühungen wurden von allen Seiten begrüßt. Benjamin Brake, der Abteilungsleiter für Digital- und Datenpolitik beim Bundesministerium für Digitales und Verkehr, betont allerdings, „Kleine und mittelständische Unternehmen hängen ein Stück weit mehr an den Cookies, der Technologie, die wir momentan kritisch hinterfragen. Dafür muss eine Lösung gefunden werden. Wir sehen noch kein Ende der Third-Party-Cookies“. Noch mehr müsse dem nachgegangen werden, was man sowohl von den Unternehmen als auch den Nuter:innen erwarten kann. Wie viel ein Durschnittsuser zu seiner Datennutzung liest sei zentral. Im Vorfeld des Surfens festzulegen, wie viele und welche Daten man preisgeben möchte, könnte hierbei Teil der Lösung sein.

