Tagesspiegel Evening Talk
Kleine Patienten, große Herausforderung – Pädiatrische Onkologie zwischen Anspruch und Versorgungsrealität
Donnerstag, 10. Dezember 2026
18:00 bis 20:00 Uhr
mit anschließendem Get-together
Im Tagesspiegel-Haus und live im Stream
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Informationen zu Sprecher:innen folgen in Kürze.
Thema
Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.250 Kinder und Jugendliche an seltenen Krebserkrankungen. Krebs gehört nach Unfällen, Gewalt und Suiziden zu den häufigsten Todesursachen im Kindesalter. Die Versorgung in der pädiatrischen Onkologie ist gut organisiert: Mehr als 90 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen werden in multizentrischen Therapieoptimierungsstudien nach einheitlichen Standards behandelt. Zugleich werden viele Arzneimittel außerhalb ihrer Zulassung für Kinder eingesetzt. Der Anteil des Off-Label-Use liegt bei rund 60 Prozent.
Das verweist auf eine zentrale Herausforderung: Für die Erforschung und Entwicklung von Krebsmedikamenten für Kinder braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und stärkere Investitionsanreize. Kleine Patientengruppen und aufwendige Studien machen die Entwicklung oft schwierig. Zugleich beeinflussen die Regeln der AMNOG-Nutzenbewertung, welche Perspektiven Unternehmen für neue Therapien haben und ob sich Investitionen in Forschung und Zulassung rechnen. Auch das Orphan-Drug-Privileg steht im Zuge der AMNOG-Reform auf dem Prüfstand. Entscheidend ist, dass die Reform verlässliche Anreize setzt und die besonderen Bedingungen der pädiatrischen Onkologie angemessen berücksichtigt.
Neben den AMNOG-Regeln braucht es praktikable und verlässliche Zulassungsverfahren. Ziel sollte sein, bürokratische Hürden abzubauen und den Weg von vielversprechenden Off-Label-Anwendungen hin zu zugelassenen Medikamenten für Kinder zu erleichtern – ohne Abstriche bei Sicherheit und Evidenz. So könnten Forschungsergebnisse schneller in eine verlässlichere Versorgung überführt werden.
Der Tagesspiegel Evening Talk rückt im Reformjahr 2026 die Kindergesundheit in den Fokus und fragt nach den politischen Konsequenzen:
- Wie können Versorgung und Forschung besser vernetzt werden?
- Was braucht es, um internationale Studiennetzwerke und den Forschungsstandort Deutschland zu stärken?
- Wie lassen sich Investitionen in die Erforschung von Krebsmedikamenten für Kinder verlässlicher und attraktiver machen – auch bei kleinen Patientengruppen und älteren, patentfreien Wirkstoffen?
- Wie können AMNOG-Nutzenbewertungen so gestaltet werden, dass sie Innovationen fördern und zugleich verlässliche Rahmenbedingungen schaffen?
- Wie lassen sich Zulassungsverfahren vereinfachen, damit weniger Therapien dauerhaft off label eingesetzt werden und mehr Medikamente eine Zulassung für Kinder erhalten?
- Wie können Forschungsanreize, belastbare Evidenz und ein solidarischer Zugang zu innovativen Therapien zusammengebracht werden?
Über uns
Der Tagesspiegel ist das Leitmedium aus der Hauptstadt. Er hat die höchste verkaufte Auflage aller Zeitungen in der Hauptstadtregion mit seit über zehn Jahren wachsendem Marktanteil. Der Tagesspiegel zählt zu den meistzitierten Zeitungen Deutschlands und erreicht mehr Hauptstadt-Politikentscheider als alle überregionalen Abozeitungen zusammen. Redaktion und Verlag werden kontinuierlich erweitert, um den Herausforderungen des Medienmarktes mit Innovationen zu begegnen. Der Tagesspiegel gehört – wie die Zeit, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche – zur DvH Medien GmbH von Dieter von Holtzbrinck.
Die Veranstaltung wird konzipiert vom Tagesspiegel-Verlagsbereich Politische Kommunikation.
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