cybersec.lunch#18

Datenteilen leicht gemacht: Mit Datenmittlern und Datentreuhändern zum Erfolg?

Das war der cybersec.lunch#18

Thema

Daten sind eines der wertvollsten Güter unserer Zeit und ihre Bedeutung nimmt stetig zu. Mehr und mehr Geschäftsmodelle basieren auf dem Sammeln und Nutzen von Daten. Im Zeitalter der Plattformökonomie liegt in Daten die wahre Marktmacht. Die führenden digitalen Plattformen stammen aktuell aus den USA und China. Und die zukünftigen Marktchancen und Anwendungsfelder sind riesig, beispielsweise im Gesundheitssektor oder der Mobilitätsbranche.

Um das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen, hat die Europäische Kommission im November letzten Jahres die Data-Governance-Verordnung vorgestellt. Ihr Ziel: die Förderung eines sicheren Austauschs von (sensiblen) Daten für eine gemeinschaftliche Nutzung. Neutrale Datenmittler (Intermediäre) sollen dabei unter strengen Richtlinien als Vertrauensinstanzen arbeiten. So soll Europa laut EU-Kommissar Thierry Breton zum datenstärksten Kontinent werden. Kritik kommt jedoch bereits von Datenschützer:innen, die eine mögliche Aushöhlung der DSGVO befürchten und den richtigen Umgang von personenbezogenen Daten sicherstellen wollen. Zudem wachsen die Befürchtungen vor neuen bürokratischen Prozessen und es ist noch unklar, welche Unternehmen als Intermediäre arbeiten dürfen und welche Behörden für die Einhaltung der Richtlinien verantwortlich werden. 

Gleichzeitig hat die Bundesregierung ihre Datenstrategie veröffentlicht und möchte mit 240 Maßnahmen den gesellschaftlichen Fortschritt und das nachhaltige Wachstum fördern. Mit dabei sind auch Datentreuhänder, die laut Strategie einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Datenzugangs und -austauschs leisten können.

Vor diesem Hintergrund diskutierten wir mit ausgewiesenen Expert:innen über folgende Fragen:

  • Können die EU-Mitgliedsstaaten durch die Data-Governance-Verordnung einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA und China erhalten?

  • Wie passen die Data-Governance-Verordnung und die Datenstrategie der Bundesregierung zusammen? Was ist der Unterschied zwischen Datentreuhändern und Datenmittlern?

  • Welche Möglichkeiten können sich aus der Teilung von Daten für die EU und Deutschland ergeben? Welches Potenzial haben Datentreuhänder und Datenmittler hierbei?

  • Wie lässt sich ein hoher Datenschutzstandard gewährleisten? Wer kontrolliert die Datentreuhänder/ Datenmittler?

  • Welche Rolle spielt die Monetarisierung von personenbezogenen Daten? Welche Rolle spielen Personal-Information-Management-Systeme?

  • Wie funktioniert das Geschäftsmodell hinter Datenmittlern nach der Data-Governance-Verordnung? Wie stellt sich die Bundesregierung ein Geschäftsmodell hinter Datentreuhändern vor?
  • Welchen Anreiz haben große Unternehmen, Organisationen oder Bürger ihre Daten zu teilen?

  • Wie müssten die Richtlinien aussehen, damit der bestehende Schutz von sensiblen Daten nicht untergraben wird?
  • Welche Art von Unternehmen sollten als Datentreuhänder/ Datenmittler fungieren dürfen?

Referent:innen

Dr. Malte Beyer-Katzenberger, Teamleiter Datenpolitik und -innovation, Europäische Kommission

Elvan Korkmaz-Emre, MdB, Stellvertretende digitalpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion

Impulse

Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer, Verband der TÜV e.V. 

Prof. Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Begrüßung

Patrick von Braunmühl, Leiter Public Affairs, Bundesdruckerei GmbH

Moderation

Sebastian Christ, Redakteur des Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI

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Der  cybersec.lunch ist ein seit Februar 2017 regelmäßig stattfindendes  Format. Innerhalb einer Mittagspause treffen zwei Sicherheitsexpert:innen  aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aufeinander und gewähren  Einsicht in aktuelle Themen der Cybersicherheit und Digitalisierung –  von IT-Produktsicherheit bis zur Sicherheit von demokratischen Wahlen. 

Auf den Podien vergangener Veranstaltung diskutierten unter anderem Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren und  Beauftragter für Informationstechnik, MdB Saskia Esken,  Bundesvorsitzende der SPD und Dr. Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin.

Der cybersec.lunch wird unterstützt von der Bundesdruckerei Gruppe GmbH.

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Die Veranstaltung wird dokumentiert. Neben der Wortberichterstattung werden Fotos gemacht. Partner der Veranstaltung fertigen Filmaufnahmen. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass Foto und Filmaufnahmen während der Veranstaltung vom Verlag Der Tagesspiegel GmbH und dem Partner gemacht werden. 

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