Land, Bund, Leuchtturm: Wie gelingt der Umschwung in der Gesundheitswirtschaft

Rückblick auf das Fachforum Gesundheitswirtschaft 2024

Die deutsche Gesundheitswirtschaft ist vieles: Wachstumsmotor, Innovationstreiberin – und seit einiger Zeit davon bedroht, im internationalen Vergleich zurückzufallen.

Biontech baut einen Teil seiner Krebsforschung weiter in Großbritannien aus, Bayer verlagert seine Pharma-Aktivitäten gleich ganz außerhalb Europas: Nicht zuletzt diese Entscheidungen befeuerten die Kritik am und die Debatte um den Innovations- und Forschungsstandort Deutschland. Und hatte Deutschland im Jahr 2016 noch weltweit den zweiten Platz bei von Pharmaunternehmen durchgeführten klinischen Arzneimittelprüfungen inne, liegt es laut aktuellen Zahlen des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) heute weltweit nur noch auf Platz 6. Die einstige „Apotheke der Welt“ wird im globalen Wettbewerb zunehmend abgehängt.

Dabei ist die Gesundheitswirtschaft mit einer Bruttowertschöpfung von 439,6 Milliarden Euro und fast 8,1 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2022 ein bedeutender und somit besonders schützenswerter Wirtschaftszweig in Deutschland*. Längst hat die Politik dies erkannt: Mit der Pharmastrategie unternimmt die Bundesregierung Anstrengungen, Deutschland wieder zu einem führenden Forschungs- und Produktionsstandort zu machen und den Zugang zu innovativen Therapien und eine lückenlose pharmazeutische Versorgung für die Menschen im Land zu garantieren. Ein zentraler Bestandteil hierfür ist das im Rahmen der Pharmastrategie kürzlich entworfene Medizinforschungsgesetz, das die Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Zulassung und Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten verbessern soll.

Und nicht nur die Bundespolitik zeigt sich aktiv. Auch die Landespolitik sucht verstärkt nach Maßnahmen, regional ansässige Akteur:innen zu unterstützen und ihre Regionen noch wirtschafts- und innovationsfreundlicher zu gestalten. 

Doch ist das genug? Werden die aktuellen Weichenstellungen zu einem optimalen Ökosystem für Forschung und Produktion führen oder braucht es (weitere) Gesetzesanpassungen, -modernisierungen und Reformen? Wie sieht ein starker heimischer Markt optimalerweise aus und wie können Länder und Bund sich in ihrem Bestreben nach einer resilienten Gesundheitswirtschaft noch enger verzahnen? Welche Rahmenbedingungen und Standortfaktoren- auf regionaler und auf Bundesebene – müssen geschaffen werden, um für Global Player weiterhin attraktiv zu bleiben und den Ausbau von Forschungs- und Produktionskapazitäten voranzutreiben?

Wir haben uns dieser und vieler weiterer Fragen angenommen und sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene einen näheren Blick auf den Standort Deutschland geworfen. Als einer der international führenden Standorte in der Gesundheitswirtschaft, Gesundheitsversorgung und den Life Sciences richteten wir unser Augenmerk dabei auch immer auf die deutsche Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Sprecher:innen

Die Aktualität der Angabe von Positionen und Institutionen der Sprecher:innen entspricht dem Zeitpunkt der jeweiligen Veranstaltung.

Dr. Kai Uwe Bindseil, Abteilungsleiter Gesundheitswirtschaft, Berlin Partner GmbH

Mario Czaja MdB
Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und stellv. Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, CDU-Bundestagsfraktion       

Jean-Luc Delay, Geschäftsführer, Takeda Deutschland

Ellen Haußdörfer
Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege, Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

Heidrun Irschik-Hadjieff MBA
Vorsitzende der Geschäftsführung, Sanofi Deutschland

Prof. Ralf Kindervater
Geschäftsführer, BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Robert-Martin Montag MdL  Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP im Thüringer Landtag

Prof. Dennis Ostwald, Geschäftsführer, WifOR Institute

Prof. Maike Sander
Wissenschaftliche Vorständin und Vorstandsvorsitzende, Max‐Delbrück‐Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin

Martina Stamm-Fibich MdB
Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, Berichterstatterin für Arzneimittel und Medizinprodukte, SPD-Bundestagsfraktion

Moderiert wurde die Veranstaltung von Stephan-Andreas Casdorff, Herausgeber, Der Tagesspiegel.

Videomitschnitt

Impressionen

Fotos: Marie Staggat

Berichterstattung

esanum.de, 27.06.2024 
»
Rückenwind für die Gesundheitswirtschaft – was ist nötig?«

 

Diese Veranstaltung wurde unterstützt von

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