Tagesspiegel Impfgipfel 2024

Kleiner Pieks, großer Mehrwert: Impfen im Zeitalter des demografischen Wandels

Rückblick | Hier erfahren Sie mehr über den Tagesspiegel Impfgipfel vom 17. Oktober 2024, live aus dem Verlag Der Tagesspiegel in Berlin

Thema

Unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Der demografische Wandel beispielsweise ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die Deutschland bereits jetzt beeinflusst und in den nächsten Jahren noch stärkere Auswirkungen haben wird. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wird der Anteil der älteren Bevölkerung (67 Jahre und älter) in Deutschland bis 2040 von gegenwärtig 21 auf bis zu 26 Prozent steigen. Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch das individuelle Krankheitsrisiko, eine wachsende Zahl älterer und alter Menschen bedeutet daher unter anderem auch, dass Gesundheitsleistungen zukünftig verstärkt in Anspruch genommen werden könnten. 

In einer älter werdenden Bevölkerung spielen Gesundheitskompetenz, Prävention und Gesundheitsförderung eine wichtige Rolle, auch weil Gesundheit im höheren Alter die Voraussetzung für Selbstständigkeit und aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ist. Impfungen können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.  

Lebenslanges Impfen hilft außerdem, Kosten zu sparen. 

Bereits seit geraumer Zeit ist der Krankenstand so hoch, dass krankheitsbedingte Fehlstunden nicht mehr ohne Weiteres mit den üblichen Mitteln wie Umschichtung oder Mehrarbeit von Kolleg:innen kompensiert werden können. Laut „MacroScope Pharma, Ausgabe 01.24“ hat der Krankenstand in Deutschland im Jahr 2023 einen Rekordwert erreicht, mit beträchtlichen wirtschaftlichen Folgen und einem erheblichen Wertschöpfungsverlust. 

Damit büßt die deutsche Wirtschaft nicht nur Gewinne ein, auch für die Krankenversicherung und an Steuern werden mehrere Milliarden Euro weniger eingenommen. 

Investitionen in die eigene Gesundheit und präventive Maßnahmen scheinen angesichts dieser Folgen gleichermaßen sinnvoll und wichtig zu sein.  

Von unseren ersten Lebensmonaten an, über erste Auffrischimpfungen im Kindes- und zusätzliche Impfungen im Jugendalter hinweg, begleitet uns der Impfschutz in vielen Lebenslagen bis ins hohe Alter und schützt uns und die gesamte Gesellschaft vor vielen teils schweren Infektionskrankheiten. Je höher die Durchimpfungsraten, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen, sich mit entsprechenden Krankheitserregern zu infizieren. Im fortgeschrittenen Alter wird das Immunsystem schwächer, wodurch die Gefahr steigt, an schweren Infektionen, wie beispielsweise Influenza oder Gürtelrose, zu erkranken. Von einer lebenslangen Impfdisziplin profitiert also nicht nur der Einzelne, sondern wir alle.

Ist Impfen also ein Projekt auf Lebenszeit? Welche direkten und erweiterten gesundheitlichen und ökonomischen Effekte haben Impfungen und welchen Beitrag leisten sie für unser Gesundheitssystem, unsere Gesellschaft und unsere Lebenswelten? Wie sieht eine gelungene Impf- und Kommunikationsstrategie über alle Lebensphasen und Altersgruppen hinweg aus und wie ermöglichen wir einen niedrigschwelligen Zugang für alle? Wie müssen wir unser Gesundheitssystem und das Impfwesen in Deutschland ausrichten, damit jeder einzelne über das gesamte Leben hinweg vom Nutzen von Schutzimpfungen profitiert?

Sprecher:innen

Im Tagesspiegel-Haus begrüßten wir am 17. Oktober 2024:

Ines Perea, Unterabteilungsleiterin 61 "Gesundheitsschutz" im Bundesministerium für Gesundheit,

Simon Brassel, Senior Principal Economist, The Office of Health Economics (OHE),

Prof. Andrea Kaifie-Pechmann, Direktorin, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin Erlangen,

Han Steutel, Präsident, Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.,

Dr. Thomas Fischbach, Co-Vorsitzender Nationales Aktionsbündnis Impfen NABI e.V.,

Henning Stötefalke, Leiter Hauptstadtbüro, DAK-Gesundheit,

Ruppert Stüwe MdB, Mitglied im Unterausschuss Globale Gesundheit, SPD-Bundestagsfraktion.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Tagesspiegel-Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff.

Die Aktualität der Angabe von Positionen und Institutionen der Sprecher:innen entspricht dem Zeitpunkt der jeweiligen Veranstaltung.

Bei der Konzeption von Formaten und der Besetzung von Panels bemühen wir uns um größtmögliche Diversität und Vielfältigkeit der Perspektiven. Dies lässt sich etwa durch Terminkonflikte potentieller Sprecher:innen nicht immer vollends erfüllen. Wir bitten um Verständnis.

Impressionen

Das Format

Mit dem Tagesspiegel Impfgipfel fiel 2020 der Startschuss für eine jährliche Multi-Stakeholder-Plattform, auf der wir seither mit den wichtigsten Akteur:innen diskutieren, welche Maßnahmen es braucht, um höhere Impfquoten zu erreichen und Impflücken zu schließen. Unsere Gespräche konnten wir in zahlreichen weiteren Satellitenformaten vertiefen und das Thema „Impfen und Prävention“ so erfolgreich verstetigen und ganzjährig auf die Agenda setzen. 

Über uns

Der Tagesspiegel ist das Leitmedium aus der Hauptstadt. Er hat die höchste verkaufte Auflage aller Zeitungen in der Hauptstadtregion mit seit über zehn Jahren wachsendem Marktanteil. Der Tagesspiegel zählt zu den meistzitierten Zeitungen Deutschlands und erreicht mehr Hauptstadt-Politikentscheider als alle überregionalen Abozeitungen zusammen. Redaktion und Verlag werden kontinuierlich erweitert, um den Herausforderungen des Medienmarktes mit Innovationen zu begegnen. Der Tagesspiegel gehört – wie die Zeit, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche – zur DvH Medien GmbH von Dieter von Holtzbrinck.

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