Fachforum Gesundheit

Adipositas begegnen - strukturiert, patientenzentriert und vorurteilsfrei!

Thema

Weltweit ist Adipositas zu einer gesellschaftlichen Herausforderung geworden. Und auch in Deutschland sind immer mehr Menschen stark übergewichtig. Umgerechnet etwa 16 Millionen Menschen in Deutschland gelten laut Angaben der Deutschen Adipositas Gesellschaft als stark übergewichtig, als adipös. Betroffene erleben ernsthafte Auswirkungen auf ihre körperliche, psychische und soziale Gesundheit; Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Hypertonie oder Herz-Kreislauf-Probleme sind häufige Begleiter für die Erkrankten. Damit stellt Adipositas nicht nur eine erhebliche Belastung für die Patient:innen, sondern auch für das Gesundheitssystem dar. Berechnungen der Universität Hamburg zufolge belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Adipositas auf mehr als 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Und obwohl Adipositas vom Deutschen Bundestag am 03.07.2020 offiziell als Krankheit anerkannt wurde, wird sie von vielen noch immer als „Lifestyle-Problem“ betrachtet. Häufig wird angenommen, Adipositas könne mit einfachen Gewohnheitsänderungen dauerhaft überwunden werden.

Betroffene sehen sich daher oftmals zahlreichen Vorurteilen Ihres Umfeldes ausgesetzt und der Weg zu einer bedarfsgerechten und individuellen Behandlung wird häufig als herausfordernd empfunden. Mit dem Gesundheitsversorgungsentwicklungsgesetz (GVWG) beauftragte der Gesetzgeber den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) daher ein strukturiertes, leitliniengerechtes und bedarfsorientiertes Behandlungsprogramm (DMP) für Adipositas zu entwickeln und zu beschließen, da die Versorgungsrealität den besonderen Bedürfnissen von Versicherten mit Adipositas oftmals nicht gerecht würde. 

Doch wie sieht eine vollumfängliche, strukturierte Versorgung für Betroffene - auch aus Sicht der Patient:innen - idealerweise aus? Welche Chancen birgt das vom G-BA am 16. November 2023 beschlossen DMP Adipositas für erwachsene Erkrankte und welche Rolle spielen die einzelnen Akteure bei einer bedarfsgerechten, individuellen Versorgung für Betroffene?

Gemeinsam mit Ihnen und weiteren relevanten Akteur:innen, Expert:innen und Entscheider:innen wollen wir diskutieren und definieren, ob und welche weiteren Maßnahmen ergriffen und Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um die individuelle Behandlung von Adipositas noch niedrigschwelliger zu gestalten und wie sich der Herausforderung gesamtgesellschaftlich begegnen lässt. 

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